Welche Strecke habe ich genau bereist? Wie hieß noch einmal das kleine Lokal, in dem wir nach der Ankunft zum Abendessen gewesen sind? Bei solchen und ähnlichen Fragen kann das persönliche Bewegungsprofil von Google hilfreich sein. Vorausgesetzt: Es hat eine Einwilligung zum Tracken des eigenen Standortverlaufes stattgefunden.
Diese Einwilligung wird bei Nutzern des Android Betriebssystems bei der Einrichtung des Smartphones bzw. bei der allgemeinen Nutzung von Diensten wie Google Maps abgefragt. Oft ist die Einwilligung zur Nutzung von Standortdaten die Prämisse für eine sinnvolle Nutzung der geografisch basierten Dienste des amerikanischen Digitalgiganten.

Verknüpfung mit dem Google-Account

Bei der Verwendung eines Google-Kontos auf dem Smartphone sowie der Zustimmung zur Verfolgung des Standortverlaufes entsteht eine Timeline. Diese geografische Zeitachse gibt Aufschluss über die besuchten Standorte inklusive Uhrzeiten und kann hier eingesehen werden.
Die Erfassung erfolgt meist äußerst präzise. Längen- und Breitengrade des jeweiligen Aufenthaltsortes werden in kurzen Abständen gesendet und identifizieren die besuchten Orte anhand der Google vorliegenden Daten. Lediglich bei Shoppingcentern mit mehreren Etagen funktioniert die Zuordnung (noch) nicht wirklich genau. Durch die Abfrage von Feedback der Nutzer in Echtzeit („Befindest Du Dich gerade im Shoppingcenter im Store XY?“) sowie WiFi-Daten findet eine kontinuierliche Optimierung statt.

Google Bewegungsprofil eines Nachmittages in der Hamburger Innenstadt
Screenshot des eigenen Bewegungsprofil in der Timeline von Google. Abbildung eines Nachmittages in der Innenstadt von Hamburg. Bildquelle: Google Maps © 2020 Google.

Timeline für die Auswertung von Zugstrecken und Reiseaktivitäten

Praktisch ist die Google Timeline für reisefreudige Menschen, die im Nachgang einen genaueren Blick auf die Aktivitäten werfen möchten. Wiviele KM bin ich gereist? Was befand sich eigentlich auf der zurückgelegten Strecke?

Zugfahrt von Hamburg nach Prag in der Timeline von Google
Zugfahrt von Hamburg nach Prag abgebildet in der persönlichen Timeline. Bildquelle: Google Maps © 2020 Google.

Allerdings ist hier Vorsicht geboten. Der Verlauf der Zugstrecke entspricht nicht ganz genau der zurückgelegten Strecke, sondern stellt nur eine Annäherung an die Realität dar. Abweichungen von mehreren hundert Metern bis hin zu einigen Kilometern sind nicht ausgeschlossen.

Dieser Streckenverlauf im Zick-Zack Stil über die Elbe wäre sehr ungewöhnlich. Bildquelle: Google Maps © 2020 Google.

Auch wenn es bei längeren Strecken mit hoher Geschwindigkeit an Präzision mangelt, ist die Google Timeline in reiseintensiven Zeit für mich persönlich hilfreich, um mehr über die bereiste Strecke zu erfahren. Zudem sammeln sich im Laufe der Zeit interessante Daten über die Anzahl der zurückgelegten Orte.

Datenschutz und Zugriffsrechte

Keineswegs ist dieser Beitrag eine Aufforderung dazu gedankenlos digitale Services zu nutzen. Denn natürlich ist es bedenklich persönliche Verhaltens- und Nutzungsdaten an große Konzerne weiterzugeben. Allerdings ist der für mich generierte Nutzen, in erster Linie Bewertungen von Gastronomie sowie Routenplanung, ein enormer Vorteil. Mir ist es vollkommen bewusst, dass die Verwendung vieler Angebote nicht umsonst ist, sondern mit Daten bezahlt wird. Daher versuche ich die Nutzung auf ein sinnvolles Maß zu begrenzen und vor allem überwiegend nur bei Reiseaktivitäten das Smartphone dabei zu haben. In vielen anderen Fällen das Gerät aber auch ganz zu Hause zu lassen und digital zu fasten.
Ein Einblick in das Bewegungsprofil von Google sowie die Anleitung zum Löschen der vorhandenen Daten gibt es hier.

Nur notwendige Apps verwenden


Ebenso ist es empfehlenswert nur ein absolutes Minimum an Apps auf dem Gerät zu verwenden. Jedes Smartphone hat eine einzigartige ID (IDFA), die solange kosntant bleibt, bis diese manuell zurückgesetzt oder das Gerät gewechselt wird. Im Vergleich zu broswserbasierten Cookies, die üblicherweise eine Laufzeit von 30 Tagen besitzen, bleibt die IDFA über einen deutlich längeren Zeitraum konstant. Werbetreibenden ermöglicht diese lange Haltbarkeit zahlreiche Datenpunkte zusammenzutragen und Profile zu erstellen. Gerade kostenlose Apps verlangen oft umfangreiche Zugriffsrechte (Standortdaten, Adressbuch, Kamera, Mikrofon u.v.m.), obwohl es sich z.B. eigentlich nur um ein Autorennspiel handelt. Und diese Daten für einen sinnvollen Betrieb nicht notwendig sind, sondern lediglich der Monetarisierung dienen.
Ist es das Ziel einen seriösen Anbieter mit Daten für die Werbevermarktung zu unterstützen, um eine App kostenlos zu nutzen, spricht evtl. nichts dagegen. Allerdings ist einer gedankelosen Installation und Nutzung von Apps unbekannter Anbieter abzuraten.

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